Rektorat der PH Freiburg besetzt:
Rektor Ulrich Druwe bekommt Nachhilfe in Mitbestimmung
Als um 12:30 Uhr in der Vollersammlung der Studierenden die TeilnehmerInnenzahl am Boykott veröffentlicht wird, ist es für einen Moment ruhig, dann bricht die Wut aus den Studierenden heraus. Es fehlen gerade einmal 50 Einzahlungen auf das Boykottkonto, um das Quorum von 900 Studierenden zu erreichen. Die Wut richtet sich gegen das Rektorat, insbesondere an den Rektor der PH Freiburg Herrn Ulrich Druwe, dem ein rücksichtsloses Verhalten gegenüber seinen Studierenden vorgeworfen wird. Schnell wird klar, dass sich die anwesenden Studierenden nicht mit einem gescheiterten Boykottversuch zufrieden geben wollen. Im Anschluss an die Vollversammlungen ziehen sie gegen 13:00 Uhr vor das Rektorat um dem Rektor ihre Forderungen persönlich zu stellen. Sie wollen dort so lange ausharren bis das Rektorat die Forderungen erfüllt.
Es ist eine beträchtliche Masse, die sich vom Rektor, dem obersten Vertreter der Hochschule, nicht vertreten fühlt. Bis zu 250 Studierende befinden sie derzeit im 1. Stock des KG II vor den Räumen des Rektorats, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Neben der Aufforderung, die Arbeit des Rektorats zu Gunsten der Studierenden auszurichten, stellen die BesetzerInnen konkrete Forderungen, wie beispielsweise die Gebührenfreiheit von Praxissemestern und die Aussetzung der Mahngebühren für die Boykottierenden. Oberstes Ziel und Forderung an die Landesregierung ist die Abschaffung der Studiengebühren in Baden-Württemberg.
Vor diesen Forderungen versteckt sich Rektor Druwe gekonnt hinter Formalin und umgeht damit die Zusammenarbeit mit den Studierenden. „Der Rektor steht in der Pflicht, seine Spielräume zu Gunsten der Studierenden zu nutzen“, sagt eine Besetzerin. „Natürlich kann er das Gebührengesetz nicht abschaffen. Doch Rektor Druwe muss es so erträglich wie möglich für uns ausgestalten, was er definitiv nicht tut. Deshalb sind wir persönlich gekommen.“
„Rektor Ulrich Druwe kann seinen alleingängerischen Kurs so nicht länger weiterführen. Er muss lernen, die Belange von Lehrenden und Studierenden ernst zu nehmen“, äußert sich David Warneck, UStA-Vorstand der PH Freiburg. „Ein Hochschulrektor muss sich auch seiner sozialen Verantwortung gegenüber den Studierenden bewusst sein.“
„Das Rektorat unter Herrn Druwe verfolgt eine mehr und mehr technokratische und unternehmerische Politik, die sich zusehends gegen den Willen von Studierenden und auch von Lehrenden an der PH Freiburg richtet“, meint Tom Peters vom UStA der PH Freiburg. „Wenn Herr Druwe tatsächlich die Interessen seiner Studierenden vertritt, dann muss er Studiengebühren in aller Öffentlichkeit, auch vor dem Ministerium, kritisieren.“
Nach dem Verhandlungserfolg im Zuge der Rektoratsbesetzung an der KFH ist die Stimmung positiv, dass auch hier direkte Mitsprache zu Ergebnissen führen wird.
LINK :
http://linksunten.indymedia.org/de/node/125
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